Seit September 2013 ist Gerhard Göttert DSAG-Vorstand Anwendungsportfolio und zuständig für das Ressort Prozesse und Anwendungen. Seine wichtigsten Aufgaben sieht er in der Diskussion mit SAP, wie einzelne Geschäftsbereiche (Lines-of-Business) mit ihren Anforderungen noch besser in entsprechenden Anwendungen abzubilden sind. Außerdem sollen die Unternehmen bei ihren Transformationsprozessen hin zu den SAP-Innovationen unterstützt werden.

Herr Göttert, Sie sind seit September 2013 Vorstand Anwendungsportfolio und zuständig für das Ressort Prozesse und An­wendungen. Was sind Ihre Aufgaben?

Zum einen geht es darum, die Produkte für einzelne Geschäftsbereiche in der SAP Business Suite oder der SAP Business Suite on HANA im Hinblick auf ihre Funktionalität und Nutzen für die Unternehmen zu bewerten. Und unsere Erkenntnisse mit SAP zu dis­kutieren. Zum anderen gehören die Prozesse zu den Influencing-Programmen Customer Connection und Customer-Engagement-­Ini­tiative zu den Aufgaben des Ressorts. Da­rü­ber können unsere Mitglieder Einfluss neh­men auf die Produktentwicklung.

Inwieweit grenzen sich Ihre Aufgaben gegen das Ressort Branchen ab?

Gerhard Göttert, DSAG-Vorstand Anwendungsportfolio, Ressort Prozesse und Anwendungen

Wir beschäftigen uns mit Prozessen in Geschäftsbereichen wie Finance, Human Re­­sources, Manufacturing etc. Im Vergleich da­zu behandelt das Ressort Branchen die End-­to-End-Prozesse über die gesamte Wert­schöp­fungskette hinweg und deren strategische Ent­wicklung. Darüber hinaus werden von meinem Vorstandskollegen Otto Schell auch über­greifende Themen wie Industrie 4.0, unternehmensübergreifende Integrationsan­sätze sowie Anforderungen aus dem Globa­lisierungsumfeld bearbeitet.

Warum haben Sie sich für das Vor­stands­amt zur Wahl gestellt?

Die vielen Mitglieder und deren Engagement in den Arbeitskreisen und -gruppen haben die DSAG zu dem gemacht, was sie heute ist: eine starke Gemeinschaft, deren Meinung bei SAP wahrgenommen und in Pro­duktentwicklung und im Service berücksich­tigt wird. Ich möchte dazu beitragen, diesen Einfluss weiter auszubauen und innerhalb der DSAG den Informationsaustausch zwischen unseren Mitgliedern zu intensivieren. Gerade der Austausch auf der Ebene der SAP-Anwender über ihre praktischen Erfah­rungen ist ein echter Mehrwert.

Welchen Stellenwert räumen Sie dem Anwendungsportfolio von SAP ein?

Ich sehe die Anwendungen und Applika­tionen der SAP im Bereich der Prozess- und Unternehmenssteuerung auch in Zukunft als DEN funktionalen Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit von SAP-Kunden. Allerdings werden in den nächsten Jahren Themen wie Big-Data-Management und smarte, intuitive Benutzeroberflächen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Unternehmen haben. Das Anwendungsportfolio befindet sich bildhaft gesprochen in einer Sandwich-Position. Mit anderen Worten, es wird in Zukunft nicht nur entscheidend sein, welche Applikationen Unternehmen einsetzen, um ihre Pro­zesse effizient zu steuern. Sondern im Maschi­nenraum muss auch die richtige Speichertechnologie arbeiten und auf der Brücke müs­sen die Instrumente für eine flexible und ein­fache Steuerung vorhanden sein. Die Platt­for­men sind bekannt. Unsere Mitglieder sind dabei, in ihren Unternehmen Lösungen wie SAP HANA einzuführen, und mit SAP Fiori kommt vielleicht das nächste Element. Für uns ist es wichtig, dass der Transformations­prozess angemessen unterstützt wird, ohne Kunden zu vernachlässigen, die heu­te noch nicht in die Innovationsfelder investieren.

Welche Konsequenzen ergeben sich da­raus für Ihr Ressort?

Unsere Arbeit wird darauf ausgerichtet sein, gemeinsam mit SAP sicherzustellen, dass die Anwendungen beim Einsatz der neu­en Plattformen im UI- oder In-Memory-Bereich genauso leistungsfähig wie zuvor oder noch leis­tungsfähiger sind. Gleichzeitig wer­den wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, ihre getätigten Investitionen zu schützen. Das heißt, wer erst in einigen Jahren die techno­logischen Neuerungen umsetzen möchte, darf im Betrieb seiner Applikationen kein SAP-Kunde 2. Klasse werden. Daher werden wir genau beobachten, wie ausgereift die Lösun­gen im Applikationsbereich für die Innovationsfelder sind und welchen Mehrwert sie für die Unternehmen bringen. Die Erkenntnisse werden uns als Grundlage dienen für den in­tensiven Dialog, den wir mit SAP über die Pro­duktstrategie und -entwicklungen führen.

Wie beurteilt SAP die Einschätzungen der DSAG zum Anwendungsportfolio?

In meiner kurzen Amtszeit haben bereits viele konstruktive und vor allem offene Gespräche mit dem SAP-Management stattgefunden. SAP steht weiterhin dazu, sich eng mit ihren Kunden abzustimmen und diese in die Weiterentwicklung der Produkte einzubinden. Nach meiner Auffassung wurden die Weichen gestellt, einen Technologiewechsel zu vollziehen und der Technologie eine größere Bedeutung zu geben. Klar ist in einem solchen Prozess auch, dass die Erwartungen von SAP nicht in allen Bereichen deckungsgleich mit den Erwartungen unserer Mitglieder und aller SAP-Kunden sind.

Wie wollen Sie den Erwartungen der Mitglieder gerecht werden?

Indem wir u. a. die Entwicklungen und Leis­tungen von SAP nach konkreten Kri­te­rien wie Qualität, Benutzerfreundlichkeit, Wertschöpfung und Sicherheit beurteilen. Wir mel­­den an SAP zurück, inwieweit die DSAG-­Mit­glieder diese Eigenschaften in den Produkten wiederfinden, und tragen dazu bei, dass not­wendige Justierungen vorgenommen werden.

Gibt es darüber hinaus weitere Aktivitäten, die Sie verfolgen?

Wir führen Gespräche mit den Vertretern der Arbeitskreise und -gruppen über deren Ziele und Erwartungen. Aber auch aktuelle Probleme und Schwierigkeiten nehmen wir auf. Daraus werden wir die relevanten Themen herausfiltern und an SAP adressieren. Außerdem arbeiten wir intensiv daran, die Influencing-Programme Customer Connec­tion und die Customer-Engagement-Initiative bei SAP weiter zu institutionalisieren, zu opti­mie­ren und noch leistungsfähiger zu gestalten. Qua­lität und Nutzen der SAP-Lösungen müs­sen bei Neu- und Weiterentwicklungen noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Welche aktuellen Themen beschäftigen Sie in Ihrem beruf­lichen Umfeld?

Als Bereichsleiter Technologie- und In­no­vationsmanagement beim Autobahn Tank & Rast Konzern beschäftige ich mich regelmäßig mit Technologie-Themen rund um die für uns relevanten Ge­schäftsbereiche Einzelhan­del, Gastronomie und Kraftstoffe.

Arbeitsintensive erste Monate als DSAG-­Vorstand liegen hinter Ihnen. Wie erholen Sie sich von DSAG-Engagement und Beruf?

Am besten entspanne ich im Kreis meiner Familie und Freunde. Leider ist diese Zeit viel zu oft viel zu kurz bemessen. Wenn sich dann tatsächlich einmal ein Zeitfenster auftut, greife ich auch gerne ganz altmodisch zu einem guten Buch. Idealerweise an einem Ort ohne Mobilfunk-Empfang!

Herr Göttert, herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

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