Rohstoffe unterliegen starken Preisschwankungen, was ein durchgängiges Materialkostenma­nagement mitunter extrem erschwert. Neue Funktionalitäten für die Profit- und Rohstoffanalyse im SAP Commodity Risk Management sollen auch produzierende Unternehmen bei der Beschaffung von Rohstoffen oder von Komponenten mit signifikantem Rohstoffanteil unterstützen.

Der Rohstoffmarkt boomt und die Prei­se für Bodenschätze und Rohstoffe sind enormen Schwankungen unterworfen. Allein rund 95 Prozent der sogenannten Seltenen Erden, einer Reihe von „Hightech-Metallen“ wie z.B. Neodym und Dysprosium, werden in China ge­fördert. Und die asiatische Wirtschaftsmacht benötigt immer mehr davon für den Eigenbedarf, was die Unsicherheit weiter er­höht. Seltene Erden sind wichtige Bestandteile von Elektromotoren, Katalysatoren, Dau­er­magneten und vielem mehr. Aber auch Stahl, Kupfer, Aluminium oder Kunststoffe unterliegen immer stärkeren Preisschwankungen.

Anforderungen produzierender Unternehmen abdecken

Instabile Rohstoffpreise können gerade in der Automobilindustrie mit ihren Komponenten mit hohem Materialkostenanteil eine solide Materialkostenplanung deutlich er­schwe­ren. Darum gehört es zu den Aufgaben der IT-Abteilung, ein entsprechendes Materialkosten-Reporting bereitzustellen, z.B. auf Basis von SAP Business Warehouse. Seit SAP ERP Enhancement Package 5 sind erste Funktionen des sogenannten Commodity Risk Managements enthalten. Diese Funk­tionalitäten unterstützen bisher in erster Linie Prozesse für das Handelsgeschäft, also um eine Ware wie etwa Kupfer zu kaufen und gleich weiterzuverkaufen. Es fehlen jedoch Abläufe, um die Lösung auch für produzieren­de Unternehmen nutzbar zu machen. Denn ein Rohstoff wie Kupfer wird z. B. bei der Au­to­mobilproduktion in verschiedenen Wertschöp­fungsstufen verarbeitet. Daher ist es wichtig, über Stücklisten präzise auswerten zu können, in welchen Gewichtsanteilen und mit welchen Preisen das jeweilige Metall über die mehrstufige Wertschöpfungskette hinweg eingesetzt wird. Dann lässt sich z.B. aus der Kup­fermenge, die in einem Elektromotor verarbeitet ist, IT-gestützt genügend genau berech­nen, wie viele Tonnen des Rohstoffs über das ganze Geschäftsjahr mit welchen Beschaffungskosten benötigt werden. Mit dieser Trans­­parenz können dann Trends und Zusammen­hänge erkannt, simuliert sowie notwendige Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Commodity-Impact-Analyse für Produkte

Auf der einen Seite unterliegt der Einkaufspreis der enthaltenen Commodities den Marktschwankungen. Wird auf der anderen Seite der Impact auf den Verkaufspreis nicht oder zu spät erkannt, so beeinflusst der Ein­kaufspreis direkt oder indirekt auch den Pro­fit je Produkt. Mit einer Impact-Analyse soll es möglich sein, die Rohstoffanteile in jedem Produkt zu ermitteln und damit die Auswirkungen von Rohstoffpreisänderungen detail­liert pro Produkt aufzuzeigen. Damit ist es auch mittels Business-Intelligence-Tool mög­lich, den Impact auf Geschäftsbereiche oder für das Gesamtunternehmen abzuschätzen. Entsprechende Auswertungsmöglichkeiten kann z.B. eine Profitanalyse bieten, um einen zeitabhängig fixierten Verkaufspreis pro Fer­tigprodukt auf verkaufte Stücke zu beziehen. In der SAP-Materialwirtschaft sollen die Preise für die im Produkt verarbeiteten Rohstoffe (Commodities) hinterlegt werden. Weiterhin müssen die Einsatzmengen und -gewichte für jedes Zukaufteil und jede Komponente z.B. im Materialstamm hinterlegt sein. Die Rohstoffanalyse muss dann den Verbrauch an werthaltigen und schwankenden Rohstoffen pro Produkt liefern. Damit lässt sich ermitteln, wie sich Preisschwankungen auf den Ver­kaufspreis und die Margen auswirken. Die Notwendigkeit, die bestehende SAP-Com­modity-Risk-Lösung durch die vorgestellten Prozesse zu erweitern, wurde von den DSAG-Mitgliedern und SAP-Ansprechpartnern im Arbeitskreis Automotive festgestellt und kon­kretisiert. Das branchenübergreifende Poten­zial der vorgeschlagenen Verbesserungen für produzierende Unternehmen wurde von SAP ebenfalls erkannt und entsprechend gehandelt. Mit Erfolg: Es sind nur noch letzte Work­shops der verantwortlichen Gremien von DSAG und SAP notwendig, um das Commodity Risk Management in SAP ERP funktional sinnvoll zu erweitern. Die folgenden Prozesse bis zur generellen Verfügbarkeit wird der Arbeitskreis Automotive aufmerksam verfolgen.

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