DSAG-Investitionsreport 2026

Unternehmen investieren gezielter – KI etabliert sich, Cloud auf dem Prüfstand

Walldorf, 26.02.2026 – Steigende Budgets, aber differenziertere Investitionsentscheidungen: Der Investitionsreport 2026* der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) zeigt, dass SAP für Anwenderunternehmen relevant bleibt – Investitionen jedoch gezielter und kritischer erfolgen. S/4HANA nimmt weiter an Fahrt auf. On-Premises ist hier noch häufiger die Wahl. Cloud-Modelle, neue SAP-Zielbilder und Künstliche Intelligenz (KI) stoßen auf Interesse, müssen ihren wirtschaftlichen Nutzen jedoch erst beweisen. Nicht alle Unternehmen werden die S/4HANA-Transformation bis 2027 abgeschlossen haben und nehmen somit höhere Wartungskosten in Kauf. Die Ergebnisse machen aus DSAG-Sicht deutlich: Investitionsentscheidungen folgen weniger Visionen als vielmehr der Frage nach Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Integrationsfähigkeit.

Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender zum DSAG-Investitionsreport 2026 über: Unternehmen investieren gezielter - KI etabliert sich, Cloud auf dem Prüfstand
Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender

Nachdem im Jahr 2025 einmalig SAP den Investitionsreport-Fragebogen versendet hatte, war dieses Mal wieder die DSAG im Lead bei der Erhebung der Zahlen. Dadurch wurden, verglichen mit dem Investitionsreport 2025, wieder weniger größere Unternehmen befragt. „Dementsprechend ist die Vergleichbarkeit des DSAG-Investitionsreports 2026 eher zum Investitionsreport 2024 als zum Investitionsreport 2025 gegeben“, erläutert Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender. Das zeigt sich auch in den Top-5-Branchen. „In diesem Jahr ist die Öffentliche Verwaltung wieder stärker vertreten, die erfahrungsgemäß einen etwas anderen Investitionsfokus hat“, so Hungershausen (siehe Erhebungsgrundlage).

IT- und SAP-Budgets wachsen weiter

DSAG-Investitionsreport 2026: Wie entwickelt sich Ihr Gesamtbudget für IT- bzw. SAP-Investitionen 2026 im Vergleich zu 2025?
DSAG-Investitionsreport 2026: Wie entwickelt sich Ihr Gesamtbudget für IT- bzw. SAP-Investitionen 2026 im Vergleich zu 2025?

Insgesamt gilt: Auch im Jahr 2026 steigen die IT- und SAP-Investitionsbudgets bei vielen Unternehmen. Allerdings bei weniger als noch im Jahr 2024. Bei 38 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) steigt das IT-Gesamtbudget, vor zwei Jahren war das noch bei 43 Prozent der befragten Unternehmen der Fall. Gleich bleibt es bei 35 Prozent (2024: 36 Prozent) und bei 24 Prozent sinkt es (2024: 18 Prozent). Bei den Investitionen in SAP lässt sich festhalten, dass bei 43 Prozent der befragten Unternehmen das Budget steigt (2024: 46 Prozent), bei 26 Prozent unverändert bleibt (2024: 32 Prozent) und bei 28 Prozent sinkt (2024: 19 Prozent).

„Die Entwicklung der Budgets spiegelt den anhaltenden wirtschaftlichen Druck wider, unter dem viele Unternehmen stehen. Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und ein angespanntes Marktumfeld führen dazu, dass Investitionen kritischer hinterfragt und teilweise verschoben werden – auch im SAP-Umfeld“, sagt Hungershausen. Aus DSAG-Sicht investieren Unternehmen gezielter, ohne SAP grundsätzlich infrage zu stellen.

SAP bleibt relevant

Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Antworten auf die Frage nach der Relevanz von SAP für die zukünftige Ausrichtung der Unternehmen bzw. Organisationen. Hier geben 36 Prozent an, dass die Relevanz zunimmt, bei 48 Prozent bleibt sie gleich und bei 16 Prozent nimmt sie ab. Diese Werte unterscheiden sich nur marginal zu denen aus den Vorjahren.

DSAG-Investitionsreport 2026: Wie stark beeinflussen die folgenden Herausforderungen Ihre SAP-Investitionsentscheidungen für 2026?
DSAG-Investitionsreport 2026: Wie stark beeinflussen die folgenden Herausforderungen Ihre SAP-Investitionsentscheidungen für 2026?

Zudem wurde in diesem Jahr erstmals abgefragt, wie stark bestimmte Herausforderungen die SAP-Investitionsentscheidungen beeinflussen. Die Top-5-Herausforderungen:

  • Wirtschaftlichkeit von Investitionen in SAP-Software: 79 Prozent
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: 79 Prozent
  • SAP-Lizenz- und Vertragsgestaltung: 70 Prozent
  • Wartungsende: 63 Prozent
  • Umsetzung gesetzlicher Vorgaben: 59 Prozent

Ebenfalls erstmals abgefragt wurde, welche übergeordneten Ziele die SAP-Investitionsplanung prägen. Die Top-3-Antworten lauten hier: Digitale Transformation/Prozessmodernisierung, Kostenoptimierung/Effizienzsteigerung sowie Compliance/Sicherheit. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Unternehmen SAP-Investitionen heute nicht mehr isoliert betrachten. Digitale Transformation und Prozessmodernisierung bleiben die zentralen Treiber, werden aber klar flankiert von dem Anspruch, effizienter zu wirtschaften sowie regulatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen zuverlässig zu erfüllen“, sagt Hungershausen. „Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Kosten und komplexer Lizenz- und Wartungsmodelle müssen SAP-Investitionen zugleich innovativ, wirtschaftlich tragfähig und resilient sein.“

Investitionen in S/4HANA

DSAG-Investitionsreport 2026: Inwieweit sind die folgenden ERP-Lösungen für Ihre SAP-Investitionen relevant? (Vgl. 2023-2026)

DSAG-Investitionsreport 2026: Inwieweit sind die folgenden ERP-Lösungen für Ihre SAP-Investitionen relevant? (Vgl. 2023-2026)

Das Ergebnis auf die Frage, inwieweit die ERP-Lösungen SAP ECC, SAP S/4HANA (On-Premises), SAP S/4HANA (ERP Private Cloud/RISE) und SAP S/4HANA (ERP Public Cloud/GROW) für die SAP-Investitionen 2026 relevant sind, lautet: Hohe und mittlere Investitionen planen 42 Prozent der Befragten in S/4HANA (On-Premises), während 22 Prozent in die Private-Cloud-Variante und 6 Prozent in die Public-Cloud-Variante hohe und mittlere Budgets investieren wollen. Für SAP ECC planen 10 Prozent hohe und mittlere Investitionen.

Aus DSAG-Sicht bestätigen die Ergebnisse den bekannten Trend: Viele Anwenderunternehmen setzen bei der S/4HANA-Transformation weiterhin auf On-Premises bzw. kontrollierte Private-Cloud-Modelle und entscheiden differenziert nach Passfähigkeit, Investitionsschutz und Migrationsaufwand. „Die vergleichsweise geringe Investitionsbereitschaft in die Public Cloud zeigt, dass hier aus Kundensicht noch funktionale Tiefe, Integrationsfähigkeit und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend sind. Wichtig bleibt die echte Wahlfreiheit zwischen den Betriebsmodellen bei klarer Roadmap und Planungssicherheit“, so Hungershausen.

Einige SAP-ECC-Kunden planen mit Extended Maintenance

DSAG-Investitionsreport 2026: Wie sehen Ihre weiteren Pläne für SAP ECC aus?

DSAG-Investitionsreport 2026: Wie sehen Ihre weiteren Pläne für SAP ECC aus?

Diejenigen, die angeben, dass sie Investitionen in SAP ECC planen, wurden zusätzlich gefragt, wie ihre weiteren Pläne mit SAP ECC aussehen. Hier gibt fast die Hälfte der Befragten an, die Umstellung auf SAP S/4HANA bis Ende 2030 zu planen. Diese fallen somit in die Extended Maintenance gegen Aufpreis. 37 Prozent wollen bis Ende 2027 umstellen, während 4 Prozent die Umstellung bis Ende 2033 anvisieren und somit planen, SAP ERP, Private Edition, Transition Optionen zu nutzen. „Dass einige Unternehmen den Umstieg auf S/4HANA erst bis 2030 planen, heißt nicht, dass sie bis dahin mit der Umstellung warten. Viel eher benötigen sie aufgrund der Komplexität ihrer Systemlandschaften diese Zeit einfach. Das sehe ich als Ausdruck der Realität in den IT-Abteilungen. Auch Fachkräftemangel, parallele Transformationsprojekte und begrenzte Budgets führen dazu, dass Zeitpläne nach hinten geschoben werden – selbst wenn dies höhere Wartungskosten zur Folge hat“, sagt Hungershausen.

Relevanz von SAP ERP bzw. alter Business Suite nimmt weiter ab


DSAG-Investitionsreport 2026: Welche der folgenden SAP-ERP-Lösungen haben SIe in Ihrem Unternehmen bzw. in Ihrer Organisation im Einsatz? (Vgl. nur 2024 und 2026)

DSAG-Investitionsreport 2026: Welche der folgenden SAP-ERP-Lösungen haben SIe in Ihrem Unternehmen bzw. in Ihrer Organisation im Einsatz? (Vgl. nur 2024 und 2026)

Gefragt nach den eingesetzten SAP-Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Lösungen liegt dieses Mal S/4HANA On-Premises mit 56 Prozent (2024: 44 Prozent) vor SAP ECC bzw. der alten SAP Business Suite mit 54 Prozent (2024: 68 Prozent). Verglichen mit dem Investitionsreport 2024 erfährt die Nutzung von S/4HANA Private Cloud einen leichten Zuwachs. So setzen 17 Prozent (2024: 11 Prozent) auf S/4HANA Private Cloud. 5 Prozent (2024: 6 Prozent) wählen S/4HANA Public Cloud.

Mehrwert muss erkennbar sein

Erstmals wurde in diesem Jahr abgefragt, wie relevant die SAP Integrated Toolchain (Cloud ALM, Signavio. LeanIX, WalkMe) für die Unternehmen bzw. Organisationen ist. 24 Prozent nutzen die Toolchain bereits teilweise oder vollumfänglich, während 39 Prozent planen, zumindest Teile zu nutzen. Keine Nutzung sehen 17 Prozent vor, während 16 Prozent angeben, sie nicht zu kennen bzw. sie als nicht relevant zu erachten. 4 Prozent machen keine Angaben.

Ebenfalls neu war die Frage, wie stark sich die Unternehmen bei ihrer Investitionsplanung am SAP-Zielbild der „neuen“ SAP Business Suite (Cloud-ERP, SAP Business AI, SAP Business Data Cloud und Business Technology Plattform) orientieren. 35 Prozent der Befragten geben an, dies sehr stark/stark zu tun, während 62 Prozent angeben, sich daran weniger stark/gar nicht zu orientieren. Keine Angaben machten 4 Prozent. „Sowohl bei der Integrated Toolchain als auch beim Zielbild der neuen SAP Business Suite zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Unternehmen erwarten klare Aussagen zum Mehrwert, zur Integration in bestehende Landschaften und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Erst dann werden strategische Zielbilder stärker in reale Investitionsentscheidungen übersetzt“, sagt Hungershausen. Und er ergänzt: „Wenn man berücksichtigt, dass vergleichsweise neue Produkte wie Business AI und die Business Data Cloud bereits für gut ein Drittel der Befragten zum Zielbild gehören, ist das eine positive Botschaft.“

BTP und SuccessFactors bleiben Spitzenreiter

Mit Blick auf die Software-as-a-Service (SaaS)-Lösungen und deren Relevanz für Investitionen im Jahr 2026 liegt die SAP Business Technology Platform (BTP) mit hohen und mittleren Investitionen von 39 Prozent (2024: 33 Prozent) auf Platz eins. Für SuccessFactors an Position zwei planen 23 Prozent (2024: 21 Prozent) hohe und mittlere Investitionen. Auf Platz drei folgt die neue SAP Business Data Cloud (inkl. Datasphere) mit 22 Prozent, die erst 2025 von SAP vorgestellt wurde und somit im Investitionsreport 2024 noch nicht abgefragt werden konnte.

Danach gefragt, inwieweit einzelne Bereiche der BTP für SAP-Investitionen relevant sind, planen 45 Prozent (2024: 27 Prozent) der Befragten hohe und mittlere Investitionen beim Thema Integration, gefolgt von den Analyselösungen mit 38 Prozent (2024: 34 Prozent). Für Anwendungsentwicklung und -automatisierung planen 27 Prozent (2024: 17 Prozent) der Befragten hohe und mittlere Investitionen in die BTP. Und für Künstliche Intelligenz 16 Prozent (2024: 2 Prozent).

Mehrzahl der Teilnehmenden noch keine KI-Use-Cases umgesetzt

DSAG-Investitionsreport 2026: Haben Sie bereits KI-Use-Cases umgsetzt und in welcher Phase befinden sich die Use-Cases?

DSAG-Investitionsreport 2026: Haben Sie bereits KI-Use-Cases umgsetzt und in welcher Phase befinden sich die Use-Cases?

Gefragt nach Künstlicher Intelligenz geben 43 Prozent an, bereits KI-Use-Cases umgesetzt zu haben, während 51 Prozent noch keine realisiert haben und 6 Prozent keine Angaben machen. Von den Befragten, die bereits Use-Cases umgesetzt haben, geben 77 Prozent an, diese mit Non-SAP-Lösungen in Produktion bzw. Nutzung zu haben, während nur 3 Prozent hier auf SAP setzen. 65 Prozent befinden sich mit Non-SAP-Lösungen in der Testphase, bei SAP-Lösungen sind es 8 Prozent. Einen Proof-of-Concept führen 62 Prozent mit Non-SAP-Lösungen und 26 Prozent mit SAP-Lösungen durch. „Diese Zahlen sollten im Kontext der Erhebungsgrundlage gesehen werden sowie der unterschiedlichen Komplexität bei Anwendungsszenarien. Für einen Use-Case im SAP-Umfeld gelten andere Anforderungen als für die Nutzung von z.B. Standardlösungen auf der Basis von Large-Language-Modellen“, sagt Hungershausen.

Aus DSAG-Sicht unterstreichen die Ergebnisse, dass der KI-Einsatz in den Unternehmen im Rahmen von konkreten Use-Cases noch nicht flächendeckend verbreitet ist. Während Non-SAP-Lösungen derzeit häufig den schnelleren Zugang ermöglichen, besteht bei SAP-basierten KI-Szenarien weiterhin Zurückhaltung – nicht zuletzt aufgrund von komplexen Lizenzmodellen und heterogenen Systemlandschaften. Wichtig ist, dass Kunden ihre gewachsenen Systemlandschaften Clean-Core-ready machen, um den vollen Nutzen aus der Vielzahl an SAP-basierten Szenarien ausschöpfen zu können. „Im Realitätscheck zeigt sich auch, dass der KI-Einsatz in den Business-Prozessen noch eher schwierig ist. Dass entsprechende Use-Cases überwiegend mit Non-SAP-Lösungen umgesetzt werden, ist auch ein Signal an SAP. Viele Unternehmen arbeiten noch mit On-Premises-Systemen oder stark individualisierten Landschaften, in denen KI-Innovationen bislang nur eingeschränkt nutzbar sind. Als Anwenderverband wünschen wir uns hier mehr Wahlfreiheit, Transparenz und realistische Migrationspfade“, so Hungershausen.

Fazit

Der DSAG-Investitionsreport 2026 zeigt: SAP bleibt für die Mehrheit der Anwenderunternehmen relevant, Investitionen werden jedoch selektiver und stärker unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten priorisiert. Digitale Transformation und Prozessmodernisierung bleiben zentrale Treiber, stehen jedoch zunehmend im Spannungsfeld von Kostenoptimierung, Effizienzanforderungen sowie regulatorischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben. Investitionen konzentrieren sich weiterhin auch auf S/4HANA On-Premises, während Cloud-Modelle aber an Fahrt aufnehmen. Einige SAP-Kunden brauchen mehr Zeit für den Umstieg auf S/4HANA und nehmen dafür höhere Wartungskosten in Kauf.

Bei Themen wie der SAP Integrated Toolchain, dem Zielbild der neuen SAP Business Suite und Künstlicher Intelligenz zeigt sich ein einheitliches Bild: Das Interesse ist vorhanden, die konkrete Umsetzung bleibt vielfach verhalten. Investitionsentscheidungen orientieren sich an Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Integrationsfähigkeit und Planbarkeit. Aus DSAG-Sicht macht der Investitionsreport 2026 deutlich, dass Anwenderunternehmen klare Erwartungen an SAP haben: Transparenz, Wahlfreiheit, wirtschaftlich tragfähige Modelle und realistische Migrationspfade. Ob und wie sich strategische Zielbilder in Investitionsentscheidungen niederschlagen, hängt davon ab, wie gut sie unter diesen Rahmenbedingungen umsetzbar sind.

 

 

Downloads

Die im Rahmen der DSAG-Pressekonferenz zum Investitionsreport 2026 gezeigten Folien finden Sie im Anschluss an den Termin zum Download hier.

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