Walldorf, 03.02.2021 - Die virtuellen DSAG-Technologietage vom 03. bis 04. Februar 2021 stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Hyperchange – IT in der neuen Realität“. In Zeiten großer Veränderungen oder Verunsicherung ist ein möglichst klares Bild vom Markt, vom Kunden- und Nachfrageverhalten, von Lieferketten, von Profitabilität und vielem mehr besonders wichtig. Dadurch lässt sich Optimierungspotenzial erkennen und die Grundlage für Innovations- und Investitionsentscheidungen schaffen. IT in der neuen Realität ist demzufolge gleichbedeutend mit der Fähigkeit zum Wandel – verbunden mit entsprechenden Herausforderungen für die Unternehmen und SAP gleichermaßen. Die Technologietage zeigen Wege auf und bieten Lösungsansätze, um den Hyperchange zu meistern.

Unternehmen müssen sich kontinuierlich anpassen und auf Veränderungen reagieren. Diese werden von Technologietrends, Markt- und Wettbewerbsverschiebungen oder geändertem Kunden- und Nachfrageverhalten verursacht. Krisensituationen, wie die derzeit vorherrschende Pandemie, wirken als Katalysator und verstärken Trendentwicklungen bzw. erhöhen Veränderungsdruck und -geschwindigkeit. Um in der Dynamik der Krise zu bestehen und veränderten Rahmenbedingungen nach Covid-19 angemessen entgegenzutreten, müssen Unternehmen die richtige Balance finden zwischen Optimierung und Effizienzsteigerung auf der einen und Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit auf der anderen Seite. Drei Aspekte sind dabei von zentraler Bedeutung:

  • Analytics und Reporting
  • Cloud mit ihren Chancen und Hürden
  • Differenzierung durch Entwicklung

Analytics und Reporting

In Zeiten großer Veränderungen müssen Informationen zeitnah, durchgängig, konsistent und qualitativ hochwertig verfügbar sein. Der Analytics-Markt bietet mittlerweile etliche Innovationen, mit denen die Unternehmen ihre Daten besser verstehen und nutzen können. SAP spielt dabei mit der Analytics Cloud  eine wichtige Rolle. „Die SAP Analytics Cloud als analytisches Frontend hat sich sehr positiv entwickelt und deckt die relevanten Anwendungsfälle ab, wie z. B. das Enterprise-Reporting oder die Datenanalyse mit Hilfe künstlicher Intelligenz“, so Steffen Pietsch. Zudem wird die SAP Analytics Cloud zum Standard-Frontend in den SAP-Anwendungen, das schafft Synergien. Die wachsende Zustimmung zur Analytics Cloud belegt auch der DSAG-Investitionsreport 2021, laut dem immerhin 14 Prozent der Befragten hohe und mittlere Investitionen in die Cloud-Lösung planen.

Steffen Pietsch, DSAG-Technologievorstand
Steffen Pietsch, DSAG-Fachvorstand Technologie

Etwas anders stellt sich die Situation für das Data-Warehouse-Portfolio dar. Der Software-Hersteller bietet On-Premise das BW/4HANA als Data-Warehouse-Lösung und ergänzend die Data-Warehouse-Cloud an. Der Umstieg für SAP Bestandskunden ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Während in der Vergangenheit die Nutzungsrechte für das Business Warehouse in der Business Suite Lizenz enthalten waren, sind für die SAP Analytics Cloud, BW/4HANA und die Data-Warehouse-Cloud, sowie etwaige weitere erforderliche Produkte, zusätzliche Lizenzen erforderlich. Das macht einen tragfähigen Business-Case für viele Unternehmen zur Herausforderung. Zumal die Roadmap von BW/4HANA wenig Innovation aufweist und der Weg über eine Migration nicht immer einfach ist. „Die Data-Warehouse-Cloud hat definitiv Potenzial, die Lösung für die Zukunft zu werden. Aktuell gibt es aber noch zu viele Bereiche, in denen sie einem echten Enterprise-Data-Warehouse funktional hinterher hinkt, wie beim Datenmanagement, der Integrationsfähigkeit und dem Umgang mit großen Metadaten-Strukturen“, fasst Steffen Pietsch zusammen. Hier muss SAP die notwendige Klarheit und ein tragfähiges Gesamtbild schaffen.

Cloud – Chancen und Hürden

Cloud-Software hat den teils abrupten Wechsel durch COVID-19 vom geregelten Büroalltag ins Homeoffice in hohem Maße erst ermöglicht und unterstützt. Die Cloud trägt zweifelsohne dazu bei, Unternehmen agiler zu machen, sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Sinn. Und die Cloud steht für Innovation. Ist doch die Geschwindigkeit, in der Cloud-Lösungen weiterentwickelt werden, im On-Premise-Bereich nicht erreichbar. Aber der Weg in die Cloud muss wirtschaftlich sinnvoll sein. Dazu gehört auch, dass weniger Funktionalität nicht höhere Kosten nach sich ziehen darf. „Es ist wichtig, dass SAP sämtliche Kosten transparent darlegt und den Mehrwert einer entsprechenden Lösung noch deutlicher herausstellt. Die Kunden müssen wissen, worauf sie sich einlassen und vor allem, wie sich eine Lösung langfristig weiterentwickeln wird“, fasst Steffen Pietsch zusammen.

Neben der hier herrschenden Unsicherheit kann auch die Integrationsfähigkeit eine Investitionsentscheidung in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Heutige IT-Landschaften sind typischerweise hochintegriert. Bei einem Umstieg in die Cloud erwarten die Kunden eine reibungslose Integration zwischen SAP Produkten. „Hier sind wir bei weitem noch nicht am Ziel, aber es gab mittlerweile deutliche Fortschritte seitens SAP. Der eingeschlagene Weg ist definitiv der richtige“, ist Steffen Pietsch überzeugt und weist gleichzeitig darauf hin, dass „IT-Landschaften aus mehr als SAP bestehen. Gewachsene Drittsystemintegrationen oder die Kommunikation mit Maschinen führen zu teils aufwändigen Umbauarbeiten beim Weg in die Cloud“. Das erschwert Kunden den Umstieg zusätzlich.

In der vergangenen Woche wurde die Initiative RISE with SAP vorgestellt, die Unternehmen auf ihrem individuellen Weg in die Cloud unterstützen soll. Für Steffen Pietsch ein interessanter und spannender Ansatz der grundsätzlich zu begrüßen ist und helfen kann, Hürden beim Übergang zu S/4HANA und in die Cloud zu überwinden. Voraussetzung ist jedoch, dass Unternehmen eine echte Transformation gelingt und sie nicht nur bei einem Lift & Shift ihrer Bestandssysteme in die Cloud unterstützt werden.

In Bezug auf die Cloud ist die SAP Business Technology Platform (BTP) ein zentraler Baustein, um hybride SAP-Systemlandschaften zu integrieren und zu erweitern. Um architektonische Fehler zu vermeiden, brauchen Kunden deutlich mehr Orientierungshilfen, z. B. in Form von Referenzarchitekturen. Darüber hinaus muss angesichts der rasanten technologischen Weiterentwicklung Investitionssicherheit gewährleistet und das Vertrauen in die Plattform weiter gestärkt werden. Die BTP steht dabei sowohl in Koexistenz als auch im Wettbewerb zu anderen Plattformen im Markt. „Die Chance für SAP liegt in den Business-Services der BTP, um sich zusätzlich zu differenzieren und die Stärken der Plattform weiter auszubauen“, kommentiert Steffen Pietsch.

Differenzierung durch Entwicklung

Standard-Software spielt eine wichtige Rolle als Baustein zur Optimierung von Prozessen und um die Effizienz von Unternehmen zu steigern. Um am Markt erfolgreich zu agieren, müssen Unternehmen sich vom Wettbewerb unterscheiden. Dabei sind den Konfigurationsmöglichkeiten einer Standard-Software natürliche Grenzen gesetzt. Um kundenindividuelle Anforderungen umzusetzen sind starke Entwicklungswerkzeuge und eine passende Entwicklungsplattform erforderlich. In der Vergangenheit war dies On-Premise mit der Programmiersprache ABAP und den zugehörigen Werkzeugen gegeben. Mit zunehmender Cloud-Nutzung behält ABAP seinen hohen Stellenwert für die Weiterentwicklung von SAP-Systemen, wird aber durch die Möglichkeiten der Business Technology Platform zur Cloud-nativen Entwicklung ergänzt. Um ABAP auch in der Cloud nutzen zu können, hat SAP mit dem ABAP-RESTful-Programming-Model ein Programmiermodell etabliert, das den früheren „Wildwuchs“ im ABAP unterbindet. „Das bedeutet nicht, dass 20 Jahre alter ABAP-Code oder kopierte Z-Reports unangepasst in der Cloud lauffähig sind, aber es ermöglicht Unternehmen das enorme ABAP Know-How auch weiterhin zu nutzen. Allen ABAP-Entwicklern empfehle ich ausdrücklich, sich mit dem Modell zu befassen“, so Steffen Pietsch.

Fazit

Um den Hyperchange erfolgreich zu meistern, braucht es das richtige Handwerkszeug. Ein starkes Analytics-Portfolio liefert den klaren Blick auf die wichtigen Steuerungsgrößen im Unternehmen und ermöglicht datenbasierte Entscheidungen. Um Veränderungsgeschwindigkeit und Innovationskraft zu erhöhen, bildet die Cloud die passende Grundlage. Um den Umstieg in die Cloud zu ermöglichen, zählt Wirtschaftlichkeit. Lizenzmodelle und Migrationsaufwand müssen im Einklang mit dem zu erzielenden Mehrwert stehen. Hier muss SAP für Klarheit sorgen, sodass die Kunden auf der Basis von Produktvisionen und Roadmaps bewusste Entscheidungen treffen können. Nur so lassen sich IT-Strategien und die Evolution des SAP-Portfolios in Einklang bringen. Bei allem Zuspruch für die Cloud behalten On-Premise-Lösungen mittelfristig ihre Relevanz, da nicht alle Kunden den Weg in die Cloud gehen können oder wollen. Die DSAG steht daher weiterhin für Cloud-First und nicht Cloud-Only.

 

DSAG-Technologietage 2021
Die zweitägige virtuelle Veranstaltung der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) findet vom 03. bis 04. Februar 2021 statt. Das Motto lautet in diesem Jahr „Hyperchange – IT in der neuen Realität“. Drei Keynotes, über 50 Vorträge, mehrere Hands-on-Sessions und 20 Partnervorträge sowie eine virtuelle Ausstellung bilden den Rahmen der Veranstaltung. dsag.de/techtage

Aufzeichnung der Pressekonferenz

https://www.youtube.com/watch?v=h-EBtLgT5jI



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