Walldorf, 20.04.2021 – Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) hat im Februar 2021 eine Umfrage zum Thema „Corona-Pandemie und Frauen: Karriere-Killer oder -Katalysator?“ durchgeführt. Rund 200 Frauen aus der IT-Branche und dem SAP-Umfeld, die in der Initiative Women@DSAG aktiv sind, wurden zu ihren Erfahrungen sowie zu den Auswirkungen auf ihre Karriere und die Arbeitslast in Pandemiezeiten befragt.

Auf die Frage nach der Arbeitslast, antworteten 46 Prozent der Frauen, dass sie während der letzten zwölf Monate mehr als vorher gearbeitet haben. Für 45 Prozent ist die Situation gleichgeblieben. Neun Prozent arbeiten weniger. An der Arbeitslast zeigt sich, dass die IT-Branche stabiler als so manch anderer Wirtschaftszweig durch die Pandemie gekommen ist. „Die empfundenen psychischen Belastungen der Frauen sind jedoch genauso hoch wie in allen anderen Berufsgruppen“, schätzt Karin Gräslund, Mitglied im DSAG-Fachvorstand und Sprecherin der Initiative Women@DSAG, die Umfrageergebnisse ein. Kommt doch noch der Spagat zwischen Homeoffice und Care-Arbeit bei vielen Teilnehmerinnen hinzu.

Kein Killer für Karrieren im IT-Bereich
Wie sich die Corona-Krise auf die Karriere und die Verantwortungsbereiche auswirkt, war ein weiteres Thema der Online-Befragung. 62 Prozent der Frauen gaben an, dass die Pandemie keine Auswirkungen auf ihre Karriere hat. Gut ein Fünftel der Teilnehmerinnen musste Rückschritte hinnehmen. Aber: 17 Prozent aller Befragten sind trotz Pandemie beruflich vorangekommen oder sogar aufgestiegen, Karin Gräslund, ist überzeugt: „Corona war kein Killer für Karrieren im IT-Bereich. Das kann bedeuten, dass Frauen in MINT-Berufen schon genau die Durchsetzungsstrategien beherrschen und Kompetenzen mitbringen, um sich im Mix aus Pandemie, Home-Office und Care-Arbeit zu behaupten“. Eventuell liegen im IT-Bereich bessere Ausgangsbedingungen für Gleichberechtigung und Fairness als in anderen Branchen vor.

 

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Frauen mehr als üblich gearbeitet haben. Hier liegt eine gewisse Gefahr. Dazu Karin Gräslund: „Eine Frau wird schnell als ‚fleißiges Lieschen‘ wertgeschätzt. Ist dann aber erstens unentbehrlich und zweitens werden reine ‚Arbeitstiere‘ auch nicht zu Führungskräften befördert. Hier empfehle ich dringend, sich selbst einen Fokus zu setzen und persönliche Entwicklungsziele zu verfolgen. Das heißt auch, proaktiv und offensiv ‚Aufstieg als Lohn‘ einzufordern.“ Wichtige Ziele, die angesichts aktueller Entwicklungen und Studien weiter an Brisanz gewinnen. Denn u. a. laut dem aktuellen Gender Gap Report 2021[1] wird es jetzt, dank Corona, noch 136 Jahre anstelle knapp 100 Jahre (2020) dauern, bis die Frauen den Männern weltweit gleichgestellt sind.

Profil Karin Gräslund
Seit 2020 ist Karin Gräslund Fachvorständin für den Bereich Finanzen in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) und Sprecherin der Initiative Women@DSAG. Hauptberuflich ist Karin Gräslund Professorin für Wirtschafts- und Finanzinformatik an der Wiesbaden Business School der RheinMain Universität für angewandte Wissenschaften Wiesbaden & Rüsselsheim.

Über Women@DSAG
Die Initiative Women@DSAG macht es sich zum Ziel, die Position und Rolle von Frauen innerhalb der DSAG sowie im SAP- und im IT-Umfeld zu stärken. Frauen sollen zum einen ein aktiver Teil innerhalb der DSAG und in allen besetzbaren Funktionen vertreten und sichtbar sein. Die Initiative dient zum anderen auch als Plattform, um berufliche Kontakte zu knüpfen und die persönliche Weiter- und Kompetenzentwicklung zu unterstützen sowie Erfahrungen und Expertise auszutauschen und Chancengleichheit im Arbeitsalltag zu fördern.
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.dsag.de/womendsag-0



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